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Neues Kindergartenjahr in Thailand – mit Überraschungen

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Donnerstag, den 22. Mai 2014

Ein neues Kindergartenjahr in Thailand hat begonnen, am 15. Mai 2014.

… und es ging auch gleich richtig und ohne langes Warmlaufen oder Eingewöhnen für unseren Sohn los, wie ihr gleich sehen werdet. Mit dem Kindergartenjahr hat auch ein neues Schuljahr in Thailand begonnen. Aber mit dem Schulbesuch haben wir im Moment ja noch nichts zu tun. Das kommt in spätestens ein oder zwei Jahren.auf uns zu.

Gerne würden wir das umgehen oder ausblenden können. Das Schulwesen in Deutschland, aber noch mehr in Thailand, ist ein großes Problem und Quell dauernden Verdrusses, besonders für die Eltern, oft auch für die Kinder, 10, 12 oder gar 13 lange Jahre lang.

Unser Sohn geht fleißig und gerne hin, in den Hastin Kindergarten, ist zwar in einer neuen Gruppe, da seine alte Gruppe jetzt im 3. Jahr dort ist, aber er muss das 2. Jahr noch einmal wiederholen, da er vergangenes Jahr erst zum Halbjahreswechsel neu hinzu kam und entsprechend viel an Stoff nicht mitbekommen hat.

Denn anders als in Deutschland wird in Thailands Kindergärten, auch in den privaten, viel weniger spielerisch gelernt, sondern von Anfang an sehr stark verschult gearbeitet. Das merkt man daran, dass er a) einen sehr umfangreichen und akribisch differenzierten Stundenplan hat.

neues Thai-Kindergartenjahr

neues Thai-Kindergartenjahr

Der neue Stundenplan, besonders „Swimming“ mag er, aber auch  sonst, geht er jeden Morgen sehr gerne hin.

 

Und b), dass fast jeden Tag schriftliche Hausaufgaben mit nach Hause bringt und c) dass er jede Woche Freitag einen Bericht über seine Aktivitäten und seine Leistungen für die Eltern mit nach Hause bringt. d) Dass es am Jahresende zunächst einen kurzen Jahresbericht über seine Leistungen gibt und zu Beginn des nächsten Kiga-Jahres einen sehr ausführlichen Bericht mit Noten über sage und schreibe acht (8) Seiten, eingebunden in ein kleines Heft, gibt.

neues Thai-Kindergartenjahr

neues Thai-Kindergartenjahr

Der „Developement Report“ oder auch „Assessment Report“ vom letzten Halbjahr. Genau heißt er ja Fabian, Maximilian, Tjark, Paul, Taweesak. Er besteht sehr auf „Fabian“ und nichts Weiteres. Das kann sich im Leben aber noch ändern, weiß ich.

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Als ich diesen „Developement Report“ von ihm letzte Woche ausgehändigt bekam, war ich platt. Erstens. weil der Report so ausführlich und umfangreich ist, dass ich gleich dachte, „die armen Lehrerinnen (Erzieherinnen gibt es in Thailand ja nicht) haben damit aber eine Riesenarbeit aufgehalst bekommen“. Und dann dachte ich, „das arme Kind, wie der mit drei und vier Jahren schon analysiert, beobachtet und durch-evaluiert wird“. Muss das wirklich sein? Hinzu kam noch, dass seine Noten vielfach nicht so gut waren. wei Eltern sich das wünschen.. Wie gesagt, weil er die ersten sechs Monate noch gar nicht dabei war und deshalb sehr hinterher hinkte.

neues Thai-Kindergartenjahr

neues Thai-Kindergartenjahr

neues Thai-Kindergartenjahr

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 Hier nur vier der acht Seiten des „Developement Reports“.

 

Das gute ist ja, das Kinder im Alter von drei oder vier Jahren noch nichts wissen, was da über sie geredet, geschrieben und analysiert wird. Sie sind weiterhin unbefangen, jedenfalls wenn die Eltern, aber auch die Lehrerinnen im Kindergarten ihnen das nicht um die Ohren hauen oder sie immer wieder mit der Nase drauf stoßen. Fabians Kriterien für den Kindergarten sind folglich andere als unsere, jedenfalls teilweise. Er will dort gerne hingehen und die morgendliche Frage, „warum muss ich in den Kindergarten“, sollte ein Kind möglchst nicht mehr von sich aus stellen. Fabian will dort Spaß haben, er will mit anderen Spaß haben und mit denen spielen, wann immer es geht.

Bisher kriegt er, was er will. Ja, gut, er spricht noch immer vom Kindergarten in Deutschland, in Bremen, und von seinem Freund Alexander dort. Und wir wissen, dass er noch immer sehr viel an diesem Jungen und an alles drum herum dort denkt und sich sehr dahin sehnt. Ungeachtet des Vergnügens, dass ihm der thailändische Kindergarten im Moment bietet. Ich hätte im Vorfeld niemals gedacht, dass ein Kind von seinerzeit gerade mal dreieinhalb Jahren so eine starke Bindung zu einem anderen Kind, zu einer Stadt und einem Land und allem was er in seinem kleinen Kopf mit Deutschland verbindet, haben könnte. Aber er hat es. Ganz eindeutig. Er ist nach wie vor ein „deutsches Kind“,  wird auch nach wie vor von den Thais und von seiner Umwelt so gesehen, der liebend gerne frisches Vollkorn-Brot mit Käse, am liebsten im Moment mit reifem Camenbert, isst. Und Gurken oder auch Trauben dazu. Der liebend gerne Kartoffeln, möglichst als Salzkartoffeln und sehr gerne mit Quark und Kräutern isst. Klar, treibt der Appetit auch thailländische Gerichte in hin hinein. Das isst er, weil er Hunger hat und dann schneckt es auch, aber seine Liebe geht wonaders hin.

neues Thai-Kindergartenjahr

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Und am spätestens am Abend, ist noch die Hausaufgabe zu erledigen.

 

Dabei geht es nicht immer friedlich zu. Es ist schon mal mit Verstimmungen zu rechnen, weil Fabian etwas anderes schreiben oder malen will, als wir für richtig halten. Auch heute konnte er die eigentlich Aufgabe, das A oder a zu schrieiben, gut lösen. Aber bei seinem Namen gab es Streit. Da will das F oder das b ihm noch nicht so durch den Bleistift gehen und dann gibt es schnell mal Arger darüber oder auch Tränen.

neues Thai-Kindergartenjahr

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Am Anfang des Jahres wird das lateinische Alphabet geübt, das Thai-Alphabet kommt dann in eingen Monaten dran.

 

Jeden Morgen steht er von alleine (!) um kurz nach sechs Uhr auf und ist bester Dinge. Er wäschst sich oft alleine, was nicht immer die beste Lösung ist :-), zieht sich aber alleine an, wenn er etwas angeboten bekommt. Und dann will er frühstücken und er fragt schon dabei, wann Khunjai, das ist seine Fahrerin, kommt, die ihn jeden Tag abholt und wieder zurück bringt. Ein Segen nur, dass er am Wochenende auch viel länger schlafen kann und wir damit auch.

neues Thai-Kindergartenjahr

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 Das sieht doch schon ganz gut aus, oder? Ganz ehrlich, meine Meinung, es ist egal! Hauptsache ist, dass er es von sich aus gerne macht, ohne dass wir ihn dazu „zwingen“ oder „überreden“ müssen.
neues Thai-Kindergartenjahr

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Und die Zahlen von 0 bis 9 müssen schnell erlernt werden, denn schon bald geht das Rechnen in thailändischen Kindergärten los. Siehe nächstes Bild:
neues Thai-Kindergartenjahr

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 Und parallel wird thailändisch unterrichtet. Gesprochen wird immer Thai oder Englisch. Hier kommt das komplexe Thai-Alphabet mit 44 Zeichen hinzu.
neues Thai-Kindergartenjahr

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Würde es jedes Mal Probleme geben, weil er die Hausaufgabe nicht machen will, dann hätten wir, seine Eltern, tatsächlch ein Problem. Wir freuen uns aber, dass er jedenfalls bisher immer noch gerne und mit Akribie und einem erkennbaren Pflichtbewusstsein oder auch einer Lust seine „Aufgaben“ angeht und diese relativ schnell und locker erledigt.

Man muss ihn zwar daran erinnern, das ist bei Kindern ganz normal, aber dann will er die Hausaufgabe auch selbst erledigen. Man sollte nie vergessen , die meisten deutschen Kinder und das schließt jetzt mal die Migranten mit ein, lernen das Schreiben des Alphabets, und zwar nur des lateinischen, erst mit sechs Jahren im ersten Schuljahr. Und ein anderes Alphabet oder eine andere Sprache, für Fabian ist es das Thailändsiche und das Englische, lernen diese Kinder überhaupt nicht.

neues Thai-Kindergartenjahr

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Einer der wöchentlichen Berichte, die er Freitags immer mit nach Hause bringt.
neues Thai-Kindergartenjahr

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 Das erste Wochenzeugnis, wo alle fünf Fächer mit „Good“ bewertet wurden. Das gabs noch nie bisher in den ersten 8 Monaten. Wow!

 

Werden die Kinder später Wörter schreiben, dann werden wir versuchen, neben dem Englischen und Thailändischen ihm diese in Deutsch zu vermitteln. Ich habe keine großen Bedenken, dass ihn das überfordern oder durcheinander bringen würde. Kinder in diesem Alter können viel mehr, als wir glauben und sie können auch sehr gut differenzieren und auseinander halten, was wohin gehört. Sprachlich, als auch in anderen Bereichen des Lebens.

neues Thai-Kindergartenjahr

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Hier wird noch fleißig an der Hausaufgabe gearbeitet, aber danach will er noch „ein wenig“ oder gerne auch ein wenig mehr, „Ben10“ auf seinem Comic-Kanal sehen. Ein Kinderprogramm in Stile der Zeit, viel Apokalypse, viel Gewalt, viel Science Fiction, viele schreckliche Abenteuer des jungen Helden „Ben10“.
neues Thai-Kindergartenjahr

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Nur, ach du großer Schreck, heute gibt es weder „Ben10“ noch irgendetwas anderes zu sehen. Heute sind alle TV-Sender abgeschaltet worden, denn heute war ein Militärputsch und da gelten andere Regeln und Gesetze. Da hat er aber zunächst ungläubig geguckt und wahrscheinlich gedacht, wir wollen nur, dass er nicht TV guckt. Nee, das ist alles ganz real und ernst und das hat er auch bald an einer gewissen Aufregung bei uns gemerkt.
neues Thai-Kindergartenjahr

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 Und so sind wir schnell zum Rompoh-Market gefahren, statt zu Hause zu essen.
Denn von 22.00 h bis 5.00 h morgens ist eine nächtliche Ausgangssperre für alle angekündigt, erfahren wir gerade. Und Fabian hat sich, die Gunst der unruhigen Stunde nutzend, eine Pizza gewünscht. Das kam bisher aber nur alle zwei oder drei Monate vor, dass er eine Pizza will und sie auch bekommt. Es ist mit Abstand das teuerste Gericht auf dem Markt mit 140 Baht, also rund 3,20 €. Mein Pappaya-Salat ohne Chili kostet 50 Baht und Supits Gericht auch. Und die sind damit eigentlich schon 10 Baht zu teuer. Aber die vielen Farangs hier verderben halt die Preise und so werden immer öfter 50 statt 40 THB verlangt. Und dort, wo überwiegend Thais auf den Märkten verkehren, liegt der Preis für ein vollständiges Gericht eher bei sogar nur 30 Baht, also umgerechnet, ca. 0,70 €.
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Autor: Paul

Ich bin Paul und im Sommer 2013 bin mit meiner Familie erst einmal zur Probe nach Süd-Ost-Asien, nach Thailand, ausgewandert. Wir haben uns seinerzeit nicht festgelegt, in welcher Region, welcher Gegend, welcher Stadt wir länger oder für immer bleiben wollen. Wir erkundeten uns und unser Leben hier und wir erkundeten auch die Gegenden und die Menschen vor Ort. Inzwischen leben meine Frau und unser Sohn vor allem auch wegen der Schule wieder in Deutschland. Ich pendle zwischen beiden Welten. Unser Weg ist damit jedoch noch nicht beendet. Deshalb, mach mit und folge mir auf meinem Weg in Süd-Ost-Asien.

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