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Markttag an der Soi Buakhao (mit Video: Gesichtsmassage)

2013-09-004

Dienstag, 12. November 2013

Dienstag ist immer Markttag an der Soi Buakhao. Oben, wo sie auf die Pattaya Tai stößt. Also sehr zentral in Pattaya. Und Freitags ebenfalls. Heute waren wir wieder einmal hin. Was haben wir dort dieses Mal gemacht? Verschiedenste Sachen, wo soll ich anfangen?

Ich habe meiner Frau Anfang September bei dem ersten Besuch nach unserer Ankunft dort einmal zugeraten, eine bestimmte Gesichtsmassage, die dort an zwei Ständen angeboten wird, auszuprobieren. Diese hatte ich im März gesehen und fand sie zumindest neuartig und interessant. Die Massage zu beschreiben ist nicht einfach. Ich nenne sie mal „Gummiband-Massage“. Das Gesicht wird mit einem Puder bedeckt und dann wird mit einem straff gespannten Band (ist eher kein Gummiband, eher Baumwoll-Fäden) jeder Quadrat-Millimeter des Gesichtes mehrmals bearbeitet. Dabei werden alle Hautunreinheiten besonders angegegangen. Sie war sofort begeistert, ihre Haut war danach um einiges und deutlich spürbar weicher. Sicherlich ein kurzfristiges Ergebnis möchte man denken. Auch Haare werden damit einzeln entfernt. Das habe ich noch sehr schmerzhaft in Erinnerung, nachdem ich die Massage einmal selbst ausprobiert habe. Für mich heißt es deshalb, so schnell nicht wieder. Mittlerweile wird diese Technik auch für die Behandlung anderer Körperteile angeboten. Dekolltee, Beine, Füße.

Kostet jedes Mal und für jede Massage 100 Baht. Für eine ambulante Massage von 20-30 Minuten auf einem wackeligen Stuhl nicht gerade wenig in Thailand. Dennoch, die nächste Woche ist sie wieder hin und so macht sie es seit einigen Wochen. Ihre in der Tat von Hautunreinheiten übersäte Gesichtshaut ist seit dem um einges softer und hübscher geworden. Die Unreinheiten sind teilweise weg oder fallen nicht mehr so auf, sind nicht mehr so ausgeprägt. Natürlich hat der Standbetreiber ihr auch noch ein viel teureres Zusatzprodukt empfohlen, eine Gesichtscreme für jeden Tag, die den Effekt bei ihr verbesern soll. Kostet alle drei Wochen ca. 600 Baht zusätzlich. Sie hätte auch für 5.000 Baht Zusatzprodukte kaufen können, wenn sie und vor allem ich es gewollt hätten. Dennoch sind es überwiegend Thai-Frauen, keine Farangs, die dort Kunden sind.

1-2013-09-03 006Da meine Frau glücklicherweise außerdem noch ein weiteres Mal eine Art Diät versucht, sie isst weitgehend vegetarisch und verzichtet auch auf Dickmacher wie Reis, sieht sie wirklich immer besser und schlanker aus. Ihr vorher nahezu pfannkuchenrundes Gesicht wird schlanker und sanfter. Man sieht es und man kann es auf der Haut fühlen.

Also, diese Massage-Sitzung war heute wieder dran. Währenddessen habe ich in der Nähe im bekannten TukCom-Gebäude mein altes Mobil-Telefon reparieren lassen. Dort sind auf den fünf Etagen oder sind es sechs, unzählige Unterhaltungs- und Kommunikations-Fachgeschäfte angesiedelt. „Fachgeschäfte“ wäre die deutsche Bezeichnung, hier sind das alles Shops und Stände, da sie meistens nur einen Tresen vor sich haben. Und die meisten verkaufen auch nur und bieten einen gewissen Service bei der Einrichtung eines neuen Mobiltelefons oder eines Tablets. Wenn sie etwas nicht haben, verkaufen sie es trotzdem, indem sie schnell mal verschwinden und es bei einem Kollegen besorgen. So ist das generell in Asien. Und je weniger entwickelt das Land ist, z. B. Vietnam, desto ausgeprägter ist diese, ich nenne es mal Service-Mentalität der Menschen. In Thailand lässt das schon nach, da es den Leuten besser geht und sie bequem werden und für ein paar Baht nicht mehr alles bereit sind zu machen. Im übrigen ist das Verkaufen von Technik ein Job, den jede(r) machen kann und auch macht. Einzige Voraussetzung: Du musst jung sein, also unter 30 Jahren. Ist man über 30 wird man sich mit irgend einem Shop selbständig machen oder eine ganz andere Arbeit annehmen müssen, sonst findet man keine Anstellung mehr. Süd-Ost-Asien ist ein junge, dynamische Region, es gibt beständig einen Nachschub an jungen, arbeits- und lebenshungrigen Menschen. Da braucht man nicht auf Ältere Menschen zurück zu greifen, die müssen sich eine andere Nische suchen und das tun sie auch.

Jedenfalls kann man im TukCom auch fast alle Handy- oder Computer-Reparaturen an diversen Ständen durchführen lassen, für die man in D-land entweder niemand oder höchst selten jemand finden würde. Außerdem sind Reparaturen von Technik-Geräten in D-land einfach zu teuer. Lohnintensive Arbeiten haben in Hochlohn-Ländern wie Deutschland keine Zukunft und es wird deshalb vom Verbraucher lieber gleich ein neues Gerät gekauft. Das Gegenteil von Nachhaltigkeit, oder?

2-2013-09-03 008Ich hatte vorgestern meine deutsche SIM-Karte in das alte Handy gesteckt, allerdings mit einem SIM-Adapter, da die SIM nur noch als Micro-SIM existierte. Rein ging sie, aber nicht wieder raus. Selbst mit einer Zange nicht. Hier wurde mir geholfen, binnen weniger Minuten. Das Gerät musste aufgeschraubt werden, um die SIM nicht zu beschädigen. Kostete 100 Baht, also momentan ca. 2,30 Euro. Ein ziemlich hoher Preis für Thaland-Verhältnisse. Vielleicht, ja sehr wahrscheinlich, ein Farang-Preis? Ein Thai hätte keine 50 Baht dafür bezahlen müssen, vermute ich.

Danach ging ich über die zu jeder Zeit sehr belebte Pattaya Tai, zum Markt und traf dort meine Frau, nach der Massage. Ich wollte dort heute noch unbedingt ein oder zwei Shorts kaufen, die glaube ich heute gar nicht mehr Shorts heißen, da sie ja länger sind. Aber wie sie heißen, weiß ich nicht, vielleicht Baggy-Shorts oder Container-Shorts, wegen der großen Taschen? Den Stand kannte ich noch vom März und er hatte noch exakt die gleichen Hosen in vielen, sehr vielen unterschiedlichen Farben. Und der Preis war sogar noch niedriger. Jetzt 199 Baht, ich kaufte zwei Stück. Also keine zehn Euro für beide dieser praktischen Hosen, die man hier enfach braucht. Praktisch, weil sie zwei mit Reißverschluss verschließbare Taschen links und rechts oben haben. Und darunter, sozusagen am Oberschenkel, etwas über dem Knie, zwei weitere große Container-Taschen mit Klett-Verschluss. Einigermaßén sicher, um nicht beklaut zu werden oder Sachen zu verlieren. Und groß genug, für ein größeres Smartphone, wie dem Samsung S4 oder selbst einem Samsung Note.

3-2013-09-03 016Diese Hosen darf man hier mittlerweile tragen, obgleich man damit sofort als Farang indentifiziert wird. Denn der Thai, der auf sich hält, trägt selten kurze Hosen, sondern immer lange Hosen. Es gibt zwar Thais in Shorts oder kurzen Hosen, aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel. Wer draußen arbeitet, z. B. auf dem Bau, bedeckt ohnehin seinen ganzen Körper, es ist nur ein kleiner Gesichtsausschnitt frei. Man trägt lange Ärmel und Handschuhe. Den ganzen Tag, egal bei welchen Temperaturen. Büroarbeiter kleiden sich allein schon wegen der oft unglaublich kalten AirConditions wie Büromenschen überall auf der Welt, also vollständig.

Bei den Farangs aus dem Westen ist es umgekehrt. Manchmal wundert man sich, dass die überhaupt noch etwas an haben, außer den oft wirklich billig-hässlichen Tatoos und natürlich ihrem teilweise feisten Bauch. Hier sind Muskel-Shirts mit dumm-dämlichen Bildern, Sprüchen oder Symbolen, sowie Unterhemden und bis auf den letzten Knopf geöffnete Hemden die Regel. Widerlich. Meine Meinung.

Und ich kenne Thais, die auch so denken, auch wenn sie das nur sehr selten sagen würden. Wer sich selbst nicht achtet, darf auch nicht auf die Achtung und den Respekt anderer hoffen. Das gilt für jeden einzelnen Menschen, als auch für jede Kultur, jede Nation, jeden Verein oder Club und auch für jede Religion dieser Welt.

Vor zwei Tagen hatte ich wieder einmal meine Sonnenbrille verloren, als ich in einem Baht-Taxi fuhr und ich mich mit einer Hand mich über dem Kopf festhalten wollte und dabei die Brille streifte, die sich damit auf die Straße verabschiedete. Vor drei oder vier Wochen ist eine andere, noch aus D-land stammende Brille mir bei einer Fahrt vom Kindergarten, wo ich unseren Sohn hingebracht hatte, zurück mit dem Motorbike-Taxi vom Kopf geflogen. Alles Billig-Brillen, zwar auch ärgerlich aber nicht wirklich schlimm. Ein teure, echte Ray-Ban-Brille habe ich seit 12 Jahren und die ist merkwürdigerweise immer noch bei mir. Toi toi toi.

Also habe ich auf dem Markt an einem bestimmten Stand nach ganz bestimmten Brillen gesucht, die mir gefielen und ein besonders helles und freundliches Bild beim Blick durch die Brille geben. Der Händler hatte nur noch wenige davon und ich kaufte also gleich drei Stück. Jede Brille kostet 50 Baht, handeln kommt bei diesem Preis eigentlich nicht in Frage und außerdem steht der Preis auf einem großen Schild am Stand. Meine Frau hatte vor Wochen dort auch eine gekauft. 50 Baht, das sind als Info für die Menschen in Deutschland ca. 1,15 Euro. Ich weiß, dass manche beim Kauf von drei Brillen noch gehandelt hätten, statt 150 Baht dann nur 120 oder 130 gezahlt hätten. Das mache ich nur, wenn ich übermütig gut drauf bin oder ich vorher dem Händler schon ein wenig gescherzt habe. Ansonsten ist mir die Devise Leben und leben lassen lieber. Wenn ich aber die Preise genau kenne, z. B. bei einem Motorbike-Taxi für eine bestimmte Strecke und der Kollege will einiges mehr haben, dann handele ich auch und sage ihm, was ich bereit bin zu zahlen.

Es gibt dort auch Lesebrillen an zwei Ständen direkt nebeneinander, der eine bietet alle Brillen für 50 Baht, der daneben für 100 Baht an. Sehr gute Qualität und frisches Designs an dem 50-Baht-Stand, ich habe welche gekauft und ausprobiert. Exellent. Der Händler daneben tut mir leid, aber da ist nichts los. Fast keine Käufer für die 100-Baht-Brillen. Die Marktbesucher gucken nicht mal, ob die z. B. anders oder besser sind. So sind sie halt, die Menschen. Überall. Aber vielleicht gehören die beiden Stände ja auch zusammen. Vielleicht führt das große Schld mit den 100 Baht an dem linken Stand ja dazu, dass garantiert alle bei dem 50er Brillen zuschlagen und noch glauben, sie hätten ein Schnäppchen gemacht. Alles Psychologie, Verkaufspsychologie und Marketing.

Danach habe ich an einem der Stände mit Essbarem ein Gericht bestellt, nicht das erste Mal. Sieht gold-gelb aus wie Curry-Reis, ist aber leider nur Reis mit einem Fischöl angereichert. Dennoch schon etwas Besonderes, nicht einfach nur weißer Reis. Sowie Rührei mit diversen Kräutern oben drauf und noch einen kleinen Fisch dazu. Alles im Rahmen der 40-Baht-Schiene (95 Euro-Cent) für diese Art Mahlzeiten auf den Märkten. Lecker, wenngleich auch nicht unbedingt gesund. Dazu gehört diverses Grünzeug, zuzusagen die Gesundheitsabteilung, z. B. kleine Gurken und Laucharten, die auf den Tischen stehen und bei denen jeder kostenfrei zugreifen darf. Ebenso eisgekühltes Wasser aus dem Bottich.

Meine Frau isst dort nicht, ich habe es versucht. Warum? Das Essen und der Stand behagen ihr irgendwie nicht. Das kennen wir sonst von unserem Sohn, der da sehr penibel ist und wenn er sich irgendwo nicht wohlfühlt, dann isst er selbst bei großem Appetit nicht. Er guckt dann entsetzt, so als wollte er sagen, „Wie und da soll ich mich hinsetzen?“ oder er sagt noch dazu „dreckig“ und dann muss man woanders hingehen. Ok, die Tische sind einfach und etwas wackelig, nur einfache Plastik-Hocker, die Tischdecken sind aber ok. Die Kochutensilien, Pfannen und Töpfe und die Arbeitsfläche für die Zubereitung sind in der Tat alt, zerschlissen und stark geschwärzt vom Gebrauch. That’s Thailand.

Wir haben noch weitere Besorgungen gemacht, aber nicht mehr auf dem Markt. Da geht es erst nächste Woche wieder hin. Bei den festen Läden am Rande des Platzes gibt es seit ein paar Wochen ein neues französiches Restaurant, sehr poppig aussehend. Französich, wow, da sind die Erwartungen gleich hoch. Mal sehen, was es dort so gibt und wie es schmeckt.

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Autor: admin Paul 1

Ich bin Paul. Seit dem Herbst 2013 lebe ich mit meiner Familie in Thailand - erst einmal auf Probe für unbestimmte Zeit. In meinem früheren Leben war ich Industriekaufmann, Student in England, Inhaber eines Schallplattenvertriebs für avantgardistische Rock-Musik, Inhaber einer Partnervermittlung, Lehrer im Knast (Justizvollzugsanstalt) in Bremen und in Düsseldorf, Berufschullehrer in verschiedenen Städten und bin jetzt im vorzeitigen Ruhestand. Und ich weiß aus Erfahrung, dass es mir im warmen Thailand gesundheitlich besser geht, als im oft kalten, dunklen und feuchten Deutschland. Folge mir auf meinem Weg in Süd-Ost-Asien.

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